Mein erster Urlaubstag begann am 4.7.2008 gegen 14 Uhr. Das Auto stand gepackt und vollgetankt auf dem Firmenparkplatz, das Garmin Nüvi war programmiert, Zigaretten waren bereit gelegt.
Nach dem Essen (es gab Seelachsfilet mit Kartoffelsalat und Remoulade in meinem Lieblingsimbiss “Wiking Grill” in Kelsterbach, kann ich nur empfehlen) gings los. Mörfelder Landstraße ist einseitig gesperrt, ging aber recht zügig auf die B43 und dann die A5. Und dann fing das Drama an. Der frühe Feierabendverkehr hatte bereits eingesetzt. Alles halb so wild. Wenn da nicht Deutschland, einig Baustellenland wäre. Im Schnitt alle 20km gabs eine Baustelle. Da stehen dann immer so Schilder “Bitte haben Sie verständnis, wir bauen etwas langsamer und es wird mindestens bis 2470 dauern, bis wir die 10km lange Strecke auf 3/4 Spuren verbreitert haben”. Natürlich wird die Jahreszahl jedes Jahr aktualisieren. Seit nun mehr 8 Jahren hab ich es nicht mehr geschafft, gen Kassel zu fahren, ohne mindestens 3 Baustellenstaus zu erwischen. Natürlich, hinter Homburg Ohm, Stau. 6 Kilometer Stop and Go.
In Deutschland hat es ja eine besondere Bewandnis mit Schildern zur Geschwindigkeitsbeschränkung. Steht da ein Schild “60″ fahren die meisten 90. Steht da “80″ fahren viele 120. Steht da “100″ fahren sie 120. Steht da 120 oder garnix, fahren sie auch 120. Manchmal frag ich mich ja echt, was sich manche Idioten dabei denken. Während sie also in der Baustelle wie von der Tarantel gestochen an dir vorbeiheizen oder auf 2m dicht auffahren, sind sie die selben, die dann 1km weiter die Überholspur blockieren. Manchmal denk ich mir, daß Polizisten, die auf der Autobahn Geschwindigkeit und Drängelei kontrollieren, nie weiter als 5m kommen. Sind ja nur Gestörte unterwegs.
Naja, jedenfalls fuhr ich weiter – Unfall – 4km Stop and Go. Baustelle danach. Noch ein Stau, weil manche Menschen kein Auto fahren können. Nächste Baustelle dann bei Alsfeld. Großflächig über das komplette Alsfelder Kreuz oder wie das heißt. Dann ab Richtung “Östen”. Die Rallystrecke nach Eisenach ist inzwischen mehr eine ausgediente Schotterpiste, 2spurig, schlechter Straßenzustand, Baustellen – und oh Wunder, so ging es weiter. Zwar ist die Strecke nach Eisenach 3spurig aber s.o. – irgendwelche Deppen blockieren die linke Spur, ständig bremst man von 180 auf 100 ab, während hinter einem ein besonders netter Kollege der Gattung Audi, BMW oder Mercedesfahrer mit Blinker und Lichthupe zu erkunden sucht, ob mein Kofferraum auch wirklich zu ist *an die Stirn patch*
Ich finde es übrigens nicht nett, daß Jena abgerissen werden soll. Sieht zumindestens danach aus, eine einzige, 30km lange Baustelle. Gut, die Plattenbauten in Lobeda sind noch da, vermutlich inzwischen umgewandelt in die “Stiftung Kulturgut DDR” denn ich kann mir nicht vorstellen, daß da jemand wohnen mag. Am Schkeuditzer Kreuz dann der Wahnsinn westdeutschen Autobahnbaus in Reinkultur. Vom Kreuz auf die A9 Richtung Berlin, die Autobahn ist 4 spurig (sollte sie auch, bei dem Verkehr). Naja, nur 1km. Dann 3spurig, dann 2spurig und dann ist Baustelle. Die Baustelle zieht sich dann bis Bitterfeld mit kurzen Unterbrechungen. Während ich so nordwärts fuhr, verliess auch die Sonne der Mut und sie versteckte sich hinter den dicker werdenden Wolken Bis Potsdam gings dann zügig – sowohl mit der Reisegeschwindigkeit als auch den Wolken, dementsprechend fing es natürlich an zu regnen.
Was für ein erster “Urlaubstag”. Nach mehr als 5 Stunden endlich in Berlin (bis Bitterfeld lag der Durchschnitt bei 86km/h) und natürlich musste ich erst mal komplett durch Berlin nach Reinickendorf. Dank meinem Nüvi bzw. Navi fand ich dann auch zügig mein Ziel und nach knapp 6 Stunden stand ich dann vor der Tür meines Zieles. Taschen aus dem Auto, Navi abgebaut und dann gings auch schon rein. Zur Belohnung für 6 Stunden Autofahrt durfte ich dann noch 3 Stockwerke hochtraben und wurde sehr herzlich von Tati und Jörg begrüßt (auch als Nimue und Ariyillah bekannt). Dann wurde ich erst mal mit Kaffee aufgepäppelt, übernahm die ehrenvolle Aufgabe, der Mandarinensirupflasche den Rest zu geben bzw. zu nehmen und versuchte erst mal, von dem Adrenalintrip runterzukommen. Dann gabs lecker Eintopf mit Würstchen und es wurde einfach endlos erzählt, auf vergangene und zukünftige gemeinsame Abenteuer mit einem Glas Rotwein angestoßen und gelacht. Die beiden sind 2 echt tolle Menschen, die ich sehr mag
Zu späterer Stunde versuchten wir dann noch unser Glück mit einer Ganovenkarriere (das Brettspiel heißt Ganoven oder so), leider wurde ich von den beiden Gaunern voll gerippt aber dafür hab ich die Chips leergefuttert. Nach einem Feierabendzigarettchen und einem Date mit dem Bad gings dann sofort – nein, nicht ins Bett – vor den Laptop um meinen heutigen bzw. gestrigen Urlaubstag festzuhalten!
Liebe Gruße, Frank aka Earl aka Anirab etc. pp.