Earlchaos

14. März 2009

Wie muss das ideale Lesegerät für eBooks aussehen?

Abgelegt unter: EDV — Earlchaos @ 17:32

Der erste Computer, der Z1 von Zuse, würde dieses Jahr seinen 72sten Geburtstag feiern, wäre er nicht im Krieg zerstört wurde. In dieser Zeit hat sich viel getan aber trotzdem scheint die Entwicklung langsamer voranzugehen als gedacht. Schon in den 70ern wurde das erste Epaper entwickelt, in den 90ern wurde eine neue Methode entwickelt. Doch während inzwischen in jeden Haushalt DVD-Spieler und Computer stehen, sind E-Book Lesegeräte immer noch die Seltenheit. Es gab zwar bereits schon vor 10 Jahren das Rocket eBook und etwas später das Sony LIBRIE EBR 1000 aber ein Durchbruch war ihnen nicht vergönnt. Zu klobig, unhandlich, umständlich zu bedienen um nur einige Faktoren zu nennen. Nun, so langsam scheint es loszugehen, das Amazon Kindle (dessen Vorlesefunktion gleich die Rechteinhaber aufstöhnen lies) und auch Sony stellte sein Libri vor nicht allzu langer Zeit vor, die Nachfolgeversion wird inzwischen in Japan eingeführt, während Sony den Rest der Welt mit der schlechteren Ur-Version beliefert. Der Börsenverein des Deutschen Buchverbandes stöhnt schon im Vorfeld über die bösen Raubkopierer, die wahrscheinlich alle Bücher kopieren werden und droht schon mal im Vorfeld, die Gerichte mit tausenden von Prozessen zu überziehen. Da hat jemand wirklich das Business verstanden. So wie Gutenberg den Buchdruck revolutioniert hat, wird auch das E-Book irgendwann das Buch revolutionieren.

Ich bin seit ich lesen kann eine Leseratte, natürlich wenn die Zeit dazu ist. Ein Buch zu lesen und in seiner Geschichte zu versinken ist für mich wie ein Kurzurlaub. Allerdings mag ich einfach sehr das klassische Buch. Der Papiergeruch, wenn man ein neues Buch aufschlägt. Das Rascheln der Seiten. Das gehört für mich einfach dazu. Nun, kommen wir zum Thema meines Artikels:

Wie muss das ideale Lesegerät für eBooks aussehen?

- es sollte nicht zu schwer sein, vom Gewicht her sich an einem Taschenbuch orientieren
- es sollte einen Schutz für die Vorderseite haben. Einen “Umschlag” quasi, der hinten befestigt ist und nach vorne geklappt werden kann
- der Rand sollte nicht zu groß sein und mit der Anzeige abschließen so daß Licht keine Schatten wirft
- es sollte nicht dicker sein als eine Zeitschrift. so 2 Zentimeter etwa
- es sollte etwas größer als ein Taschenbuch sein so daß die Textseite in etwa so groß wie bei einem großen Taschenbuch ist
- die Oberfläche sollte nicht zu glatt sein. Sie sollte sich warm anfühlen, keine kalte Computerplastik. Ich denke da an eine Gummierung zumindestens der Rückseite und der Ränder
- das Display sollte nicht spiegeln. Eine matte Displayoberfläche wäre schön
- es sollte nicht nach Plastik stinken
- es sollte in verschiedenen Farben erhältlich sein (klassisch, elegant, modern – schwarz, champagnerfarben, beige und für die Jugend in knallbunten Farben
- die Bedienung sollte einfach sein – also keine 30 Knöpfe oder so
- das Display sollte natürlich moderne E-Ink Technik beinhalten, stromsparende Beleuchtungstechnik mit LEDs wäre nett, dann spart man sich das Leselicht. Graustufen wären toll
- die Schriftgröße sollte einstellbar sein.
- die Akkus sollten mindestens 10 Stunden halten (mit Beleuchtung), besser 20 und mehr – es sollten auswechselbare Flachakkus sein
- Lademöglichkeiten: Universaladapter 100-240V Wechselspannung, Zubehör Ladegerät fürs Auto (12-24v) und man sollte es auch per USB laden können
- Bluetooth als Zubehör oder Standard
- laden von Büchern per USB (Stick und direkt per PC), Bluetooth und Speicherkarten. Der Buchhandel könnte geschützte Speicherkarten verkaufen, hochladbare Dokumente könnten verschlüsselt sein
- der Schlüssel zum Kopierschutz wäre eine Datei, die man wiederum auf einen Stick oder den PC laden könnte. Der Schlüssel könnte 3 Geräte-IDs beinhalten, fürs PC, Laptop und Lesegerät, die man beim Kauf angibt und mit Kaufnachweis neu anfordern kann, genau wie das Buch – alternativ wäre der komplette Verzicht auf einen Kopierschutz das Beste, ein Wasserzeichen sollte reichen
- das Lesegerät sollte einen Kopfhöreranschluss für eine Vorlesefunktion beinhalten
- die aktuell betrachtete Seite oder bis zu 10 Seiten sollte man Freunden / Schülern für kurze Zeit “ausleihen” können. Man drückt eine Taste, ein temporärer Schlüssel wird erzeugt, man teilt ihm den Empfängern mit, per Bluetooth wird die Seite übertragen an ein Gerät mit ähnlicher Technik und ist für 8 Stunden lesbar
- das ganze Buch kann man einem Freund für 1-14 Tage ausleihen, dabei wird ebenfalls ein temporärer Schlüssel erzeugt, den man seinem Freund mitteilt (eingabe über Tasten) und das Buch wird übertragen. Während der Zeit kann man das Buch selbst nicht lesen. Nach Ablauf der Frist verliert der Schlüssel automatisch seine Gültigkeit und man kann das Buch wieder lesen.
- es sollte gegen Staub und Wasser geschützt sein (IP 57 oder besser, Staubdicht und geschützt gegen kurzzeitiges Eintauchen)
- Die Frontplatte sollte austauschbar sein falls die Bedienelemente verschlissen sind oder einem das Aussehen nicht mehr gefällt. ~30 Euro fände ich angemessen. Deontage durch Lösen von 6 Schrauben, danach nach unten wegschieben, der Steckverbinder löst sich automatisch dabei. Nach etwa 30% der Länge kann man die Frontplatte nach oben wegnehmen (ähnlich Handyakkus). Neue Platte wird aufgelegt und vorsichtig nach oben geschoben und durch die 6 Schrauben wieder fixiert.
- das Gerät selbst dürfte nicht mehr als 100-200 Euro kosten (nackt 100-150, mit Bluetooth und Kopfhöreranschluss/Vorlesefunktion bis 200 Euro)

Hier mal ein Vorschlag von mir:

E-Book Vorschlag

E-Book Vorschlag

Zur Bedienoberfläche:
- die Folientastelemente sind günstig in der Herstellung sollen das Gerät unempfindlich aber auch leicht bedienbar machen
- linke lange Leiste: Folientastaturelement über das man die Seite scrollen kann.
- Index: Hier ruft man seine Bücherliste auf, mit der linken, langen Leiste und der unteren Leiste kann man darin navigieren, mit Weiter bekommt man die erste Buchseite mit Infos zum Buch zu sehen – Autor, Titel, Erschienen, Seiten etc.)
- Kapitel: Führt zur Kapitelübersicht
- Suchen: Sucht im Index oder im ganzen Buch oder der angezeigten Seite (Wechsel durch mehrmaliges Drücken). Auswahl des Suchtextes wieder über die langen Leisten, Weiter drücken um zu suchen)
- Weiter: Universalknopf. Bestätigt die Auswahl eines Buches / Kapitels oder einer Suche oder blättert um
- untere lange Leiste: dient zum Umblättern (Vor | Zurück) und zum Navigieren.
- linker unterer Knopf: Zum Kapitelanfang / Buchanfang
- rechter unterer Knopf: Zum Kapitelende / Buchende

Wie man sieht kommt mir es auf einfache Bedienbarkeit und eine große Lesefläche an. Soetwas könnte man auch ggf. seiner Oma zu Weihnachten schenken.

Zum Urheberrecht: Das Bild wurde von mir gezeichnet und die Bedienelemente von mir entworfen und platziert, dabei habe ich mich von existierender Technik inspirieren lassen. Sollte jemand genauso ein Design entworfen haben, bin ich natürlich bereit, das Bild zu entfernen und falls gewünscht durch das Bild des Urhebers des älteren Modells zu ersetzen. Falls nicht und jemand baut ein Gerät genau mit diesem Aussehen, würde ich mich über eine Kontaktaufnahme und ein Muster freuen, natürlich sollten wir dann darüber nachdenken, wieviel Anteil am Werk meine Arbeit hat.

So, ich hoffe, die Idee gefällt und es findet sich jemand, der ein E-Book mit diesen Schwerpunkten (einfach bedienbar, robust, Share-Funktion, große Lesefläche und Beleuchtung) baut. Dann würde ich sicher zugreifen. Die aktuellen Geräte sagen mir da noch nicht zu.

Frank Schenk

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